Glaskeramikschicht

Der Begriff Glaskeramik steht für die Kombination der hohen optischen Transparenz von Glas und der hohen Härte der Keramik. Grundlage für die Eigenschaftskombination ist eine Material­synthese aus den Hauptbestandteilen von Quarz (SiO2) und von Saphir (Al2O3). Für Schichtmaterialien läßt sich diese Synthese durch gleichzeitige Kondensation beider Bestand­teile unter Vakuumbedingungen besonders vorteilhaft realisieren.
Für die Abscheidung der Schichten wird insbesondere die Bedampfungstechnik eingesetzt, welche sich durch hohe Abscheideraten und eine robuste Prozeßcharakteristik auszeichnet. Typische Aufwachsraten liegen im Bereich von 0,2 bis 1 µm/min. Zur optimierten Anpassung zwischen Schicht- und Substrateigenschaften sind gradierte Zusammensetzungen der Schichtbestandteile geeignet. Die Abscheide­temperaturen sind nach unten praktisch nicht begrenzt, so daß lediglich die Kondensationswärme bei der thermischen Belastung der Substrate von Bedeutung ist. In der Praxis heißt das, daß Keramiken, Gläser und Metalle problemlos beschichtet werden können. Für Kunststoffe und Lackoberflächen müssen die jeweiligen thermischen Verträglichkeiten einzeln bewertet werden.

Die Glaskeramikschichten sind im sichtbaren Bereich praktisch vollständig transparent und verstärken deutlich die Brillanz darunter liegender Metallflächen. Die Schichten sind damit als dekorativer Korrosionsschutz mit hoher mechanischer und thermischer Resistenz geeignet. Glaskeramikschichten auf härteren Unterlagen wie etwa auf Stählen sind ohne sichtbare Bruchausbildungen mechanisch sehr weit belastbar. Glaskeramikschichten auf weicheren Unterlagen wie etwa auf Kunststoffen oder auf Lackoberflächen neigen dagegen bei hoher punktueller mechanischer Belastung zum Durchbrechen. Die Härte der Schichten beträgt je nach Zusammensetzung bis zu 2000 HV.

Einsatzmöglichkeiten

  • transparente Deckschicht für CLAROMAT®
  • Chemie
  • Schutzschichten für Optik
  • Sonderanwendungen
  • Isolationsschichten
  • Korrosionsschutz
  • Verschleißschutz

Vorteile

  • umweltfreundliche und zukunftsweisende Verfahrenstechnik
  • selbstreinigende Oberflächeneigenschaften
  • absolute Stabilität gegen das Einbrennen des Bremsstaubes bei Autorädern
  • Erhöhung der Oberflächenhärte bei ausreichender Grundhärte des Substrates
  • elektrisch isolierend
  • transparenter Kratzschutz für optische Anwendungen
  • chemisch beständig gegen Säuren, Laugen Halogene, und flüssige Metalle (nur Al2O3)
  • einsetzbar als Korrosionsschutz bei ausreichender Porenfreiheit der Schicht
  • Ersatz für transparente Lacke

Werkstoffdaten

Grundmaterialien:          Metall, Glas, Keramik, z.T. auch Kunststoff- und Lackoberflächen

Schichtdicke:               0,5 bis 5 mm

Abmessungen:             500 x 500 mm2